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Lange gibt Gas - seit mehr als 50 Jahren
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Dank des eigenen Fuhrparks ist Verlaß auf Lange Gas
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Spätestens nach den unverschämten Erhöhungen der Benzin- und
Dieselpreise der letzten Tage und Wochen kommt als alternativer
Treibstoff Autogas wieder verstärkt in das öffentliche Interesse. Ein
Anbieter, der in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt,
Thüringen und Hessen präsent ist und u. a. Autogas im Programm hat, ist
die Firma Lange Gas aus Lippstadt-Benninghausen. Im Folgenden wird ein
Einblick in die Geschichte des Unternehmens gegeben und ein Blick auf
den interessanten Fuhrpark geworfen.Begonnen hatte alles schon im Jahr
1912. Damals gründeten Georg und
Hans Lange die Werkzeugmaschinenfabrik G. & H. Lange in Bielefeld.
Die beiden jungen Männer wagten den Schritt in die Selbständigkeit und
handelten zunächst mit gebrauchten Werkzeugmaschinen. In ihrem
Handelsunternehmen wurde außerdem Industriebedarf angeboten. Später
ergänzte die Fertigung eigener Maschinen das Handelsprogramm. Bei der
ständigen Beobachtung des Marktes war den beiden findigen
Geschäftsleuten aufgefallen, dass zu Beginn der Zwanziger Jahre des
letzten Jahrhunderts die Industrialisierung auch in die entlegendsten
Winkel des Landes vorgedrungen war. In ihrem Geschäftszweig
Industriebedarf verkauften sie u. a. Sauerstoff und technische Gase. Um
dem steigenden Bedarf an solchen Produkten gerecht zu werden und um an
den in dem Bereich erzielten Umsätzen teilzuhaben, gründete Georg Lange
im Jahr 1924 ein Sauerstoffwerk in Benninghausen bei Lippstadt. Er
kaufte die an der Lippe gelegene alte Marxsche Mühle, erwarb das
Staurecht und startete die industrielle Produktion von reinem
Sauerstoff und technischen Gasen kostengünstig mit per Wasserkraft
angetriebenen Turbinen.
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Die Heizungsbauabteilung verfügte über eine Anzahl von Volkswagen Transportern
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War die Gründung des Sauerstoffwerks schon das Resultat von
unternehmerischer Weitsicht und Risikobereitschaft, so bewies Lange
1952 erneut, dass er den Namen Unternehmer zu Recht trug. Er hatte
wieder eine Vision und realisierte sie mit viel Mut und Gespür für
Marktlücken. Als Mitglied des Rates der Stadt Bielefeld erfuhr er, dass
die dortigen Stadtwerke den Vertrieb von Propangas in Flaschen starten
wollten. Die dort Verantwortlichen hatten erkannt, dass das Flüssiggas
gegenüber der damals noch weit verbreiteten Kohleverfeuerung
wesentliche Vorteile aufwies. Gas verbrennt weitestgehend
rückstandsfrei und geruchsneutral. Es lässt sich dank seiner
physikalischen Eigenschaften unter geringem Druck verflüssigen und in
Behälter abfüllen. Danach lässt es sich komfortabel und rentabel an
jeden beliebigen Ort transportieren. Unter geringer Druckentspannung
steht Flüssiggas dann wieder gasförmig zur Verfügung. Der Brennstoff
Flüssiggas bietet damit in Bezug auf Transport und Lagerung alle
Vorteile des Heizöls, kann aber zusätzlich die Vorteile eines
gasförmigen Brennstoffs als zusätzliche Pluspunkte aufweisen. Diese
Vorteile veranlassten Georg Lange, das
Flüssiggas-Versorgungsunternehmen Lange Gas zu gründen. Dazu
erstand er in der Nähe des Sauerstoffwerks ein Grundstück, das
unmittelbar an der Bahnlinie Soest-Lippstadt liegt. 1953 errichte er
dort eine Abfüllstation. Zunächst wurde das Flüssiggas vom Lieferwerk
des Mineralölkonzerns BP in 33-Kilo-Flaschen per LKW bei Lange
angeliefert. Dort wurde das Gas in kleinere Gebinde umgefüllt. Das
junge Unternehmen konnte bei der Auslieferung der Flaschen auf die
vorhandenen Transportkapazitäten des Sauerstoffwerks zurückgreifen.
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Die Transporterflotte Mitte der Sechziger Jahre
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In den folgenden mehr als fünfzig Jahren wuchs die Firma Lange Gas
kontinuierlich. Ständig wurden neue Geschäftsfelder erkannt und mit
System erschlossen. Maßgeblich am Aufbau des Flüssiggas-Geschäfts
beteiligt war zunächst Bruno Potthast, der Schwiegersohn von Georg
Lange. Zusammen mit einigen ehemaligen Mitarbeitern des Sauerstoffwerks
baute er eine schlagkräftige Verkaufsorganisation auf, bevor er 1956
nach München zur Bayerischen Propan, der späteren PAM wechselte. Ein
Liefervertrag mit der BP trug dazu bei, dass sich Lange Gas in der
Flüssiggas-Wirtschaft etablieren konnte. Vor fünfzig Jahren war
Flüssiggas nur in geringen Mengen verfügbar. Die Produzenten prüften
daher sehr genau, wem sie den Großvertrieb ihrer Produkte anvertrauten.
Grundbedingung für einen Vertrag war, dass das Unternehmen in einen
umfangreichen Flaschenbestand investieren konnte. Lange erfüllte diese
Voraussetzungen und erhielt einen Vertrag, in dem die Rechte für den
Flüssiggas-Vertrieb im Raum Westfalen vereinbart wurden. Die
Lieferseite war damit klar. Auf der anderen Seite, der Abnehmerseite
wurden alle möglichen und unmöglichen Aktivitäten unternommen, um neue
Kunden zu gewinnen. Um den Hausfrauen den neuen Brennstoff näher zu
bringen, wurden u.a. mobile Kochberatungen durchgeführt. Dazu mietete
der Außendienstmitarbeiter den jeweiligen Gemeindesaal an und eine
sogenannte Kochberaterin kochte vor staunenden Besuchern mit Gas die
leckersten Dinge, natürlich unter ständiger Anpreisung des Flüssiggas.
Mit dabei war dann ein ortsansässiger Handwerker, der später den
Vertrieb der Flüssiggasflaschen übernahm. So wurde schon früh ein immer
engeres Netz an Vertriebsstellen geschaffen.
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Der Fuhrpark um 1970
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Parallel zum Siegeszug in der Küche eroberte das Flüssiggas die
bundesdeutschen Badezimmer. Für die Warmwasserbereitung war das
Lange-Produkt hervorragend einsetzbar. Die Heizungsbauer, die damals
voll damit beschäftigt waren, Ölheizungen zu installieren, hielten
nicht viel von den Gasheizungen. So entschloss sich Lange, diesen Part
selbst zu übernehmen und gründete eine eigene Heizungsbauabteilung, die
bis zum Ende der Achtziger Jahre bestand. Erst da gab es ausreichend
Kapazitäten bei den konventionellen Heizungsbauern. In den Sechziger
Jahren bot sich für Lange im Prinzip jeder Eigentümer eines
alleinstehenden Hauses als potenzieller Kunde an. Die Erdgasverrohrung
war noch nicht weit fortgeschritten und die Kohlefeuerung wegen der
damit verbundenen Unannehmlichkeiten in Misskredit geraten. In dieser
Zeit wurden auch die Landwirte als interessante Kundengruppe entdeckt.
Neben dem eigentlichen Beheizen der Wohnhäuser wurde Gas hier außerdem
eingesetzt für die Tieraufzucht und zur Getreidetrocknung. Lange
optimierte zunehmend seine Strategie, als Komplettanbieter rund um das
Gas aufzutreten und lieferte bald auch die benötigten Geräte wie
Strahler und Warmluftgebläse, die in der Landwirtschaft einen enormen
Absatz fanden.
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MAN, Mercedes und DAF zum Flaschengastransport - ca.1975
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Die Zahl der Kunden wuchs kontinuierlich. Natürlich mussten alle
pünktlich und zuverlässig beliefert werden. Mittlerweile waren auch
Großkunden dabei, die nicht mehr wirtschaftlich mit Flaschengas
beliefert werden konnten. Auf der Suche nach alternativen Lösungen
reichte ein Blick über die Landesgrenze ins benachbarte Holland. Dort
wurde Gas zu Anfang der Sechziger Jahre bereits mit Tankfahrzeugen als
Tankgas an Großabnehmer geliefert. Lange übernahm dieses System und
beschaffte in der Folgezeit eine Reihe von Tankfahrzeugen. Das Gas kam
mittlerweile per Bahnwaggon nach Benninghausen, wurde dort in
verschiedenen Lagerbehältern zwischengelagert, bei Bedarf in Tankwagen
umgefüllt und zum Kunden transportiert. Lange verließ sich auch im
Jubiläumsjahr 2002 noch auf den eigenen Fuhrpark und setze zwanzig
Tankfahrzeuge für Flüssiggas ein. Neben der Versorgung der Kunden mit
dem sogenannten Tankgas gab es auch in der Folgezeit immer neue
Anwendungsbereiche für Gas. So wird Flüssiggas heute z. B. zum
Betreiben von Gabelstaplern verwendet. Außerdem wird es im Handwerk und
z. B. im Straßenbau eingesetzt. Nachdem in den Siebziger Jahren
Flüssiggas als Antriebsenergie für Kraftfahrzeuge entdeckt wurde,
investierte Lange auch in diesen neuen Markt. Die hohen Erwartungen in
dieses Konzept konnten aus verschiedenen Gründen jedoch nicht erfüllt
werden. Heute, 30 Jahre später, erlebt der Autogasmarkt angesichts der
hohen Benzinpreise eine Wiederbelebung. Natürlich gibt die Firma Lange
auch hier wieder Gas und ist mit dabei.
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Unimog 416 Doppelkabine mit Kran zur Montage von Gasanlagen
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Lange setzte in den vergangenen mehr als fünfzig Jahren immer auf einen eigenen Fuhrpark. Wurden zunächst für kurze Zeit die Transportmöglichkeiten des verwandten Sauerstoffwerkes genutzt, so stand schon bald ein erster eigener LKW zur Auslieferung der Gasflaschen zur Verfügung. Ein rundhaubiger Magirus-Deutz, vermutlich ein 90 PS starker Sirius wurde, oft mit einem leichten Zweiachsanhänger kombiniert, eingesetzt zur Auslieferung der Flaschen an die Kunden bzw. die Vertriebsstellen. Ende der Fünfziger Jahre wurden nacheinander mehrere Sattelschlepper beschafft. Zugmaschinen waren MAN-Hauber des Typs 520 H. Kombiniert wurden sie mit einachsigen Pritschenaufliegern, die speziell zum Transport von Flaschen gebaut wurden. Überwiegend stammten diese Fahrzeuge von der Fahrzeugbaufirma Kramer aus Gütersloh. Kramer zeichnete auch verantwortlich für die einachsigen Tankauflieger, die dann später das Tankgas an die Großkunden auslieferten. Kramer wird jedoch nur die Aufbauten hergestellt haben und die eigentlichen Tanks zugekauft haben. Für den Bereich Heizungsbau, der zu Beginn der Sechziger Jahre stark forciert wurde, standen immer eine ganze Anzahl von VW-Transportern zur Verfügung. Kundendienstmitarbeiter durften auch schon einmal im 1200er Käfer zum Kunden fahren und bei Bedarf Material auf dem Dachgepäckträger mitnehmen. Etwa 1970 setze Lange für die Montage von Tankanlagen ein interessantes Gespann ein. Es war dies ein Unimog 416 mit Doppelkabine, der mit einem Ladekran ausgerüstet war. Auf dem mitgeführten Anhänger konnten Gastanks verstaut werden, die vor Ort sofort aufgestellt werden konnten. Ein Unikum war der Ford Transit, der etwa Mitte der Siebziger Jahre als Sattelschlepper beschafft wurde. Der einachsige Auflieger war als Ausstellungsfahrzeug konzipiert, das zu Veranstaltungen, aber auch zu Kunden gefahren wurde, um dort für die Produkte der Firma Lange zu werben. In den Folgejahren bestand der Fuhrpark hauptsächlich aus Fahrzeugen auf MAN-Fahrgestellen. Einige Mercedes-Benz-Frontlenker fanden ebenfalls den Weg in den Fuhrpark. Als Ausreißer hat es dort auch einmal einen leichten DAF-Frontlenker gegeben. Heute sind durchweg Fahrzeuge mit dem MAN-Hund auf dem Kühlergrill im Einsatz des Gasversorgers.
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Weitere Bilder:
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Wochenendruhe vor 40 Jahren - die Transporter der Heizungsbauabteiliung
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Hinter dem Betriebsgelände verläuft die Bundesbahnstrecke
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Zwei MAN 520 HS mit Tankaufliegern, die bei Kramer in Gütersloh gefertigt wurden
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Der Fuhrpark im Jahr 1970
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Weitere Bilder:
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Der Fuhrpark im Jahr 1970
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Der Fuhrpark im Jahr 1970
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Beladen eines MAN 520 HS mit Gasflachen
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Die Fahrzeuge der Heizungsbauer - Volkswagen Transporter und ein Hanomag-Mercedes
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Weitere Bilder:
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MAN 520 H auf Abwegen - Unfall in der Nähe von Benninghausen
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Das Fahrerhaus wurde vom Fahrgestell abgerissen
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Sieht gefährlicher aus als es war - der Fahrer blieb unverletzt
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Totalschaden
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Weitere Bilder:
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Ford Transit Sattelzug als Informationsfahrzeug
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Kramer Auflieger auf MAN F 8
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Flaschengastransport mit MAN Frontlenker Sattelzug
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