Mit der Kodak Retina unterwegs

BildNahezu vierzig Jahre bestand die Spedition Schäckermann mit Sitz in Halver/ Westfalen. 1927 gründete Karl Schäckermann mit zwei Pferden und einem zweiachsigen Wagen sein Fuhrunternehmen. Gefahren wurde mit diesem Gespann für die heimische Industrie, aber auch für Privatleute. Zu den regelmäßig durchzuführenden Fahrten gehörte eine Tour nach Bochum-Langendreer ins Ruhrgebiet. Von dort musste Kohle geholt werden. Diese heute einige Stunden dauernde Fahrt war in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts eine mehrtägige Tour. Es ging von Halver über Schalksmühle, Hagen, Wetter und Witten zur Zeche nach Langendreer. Zwischen Wetter und Witten wurde übernachtet und die Pferde wurden gefüttert. Am nächsten Tag wurde die Fahrt zur Zeche fortgesetzt. Nachdem der Wagen dort beladen worden war machte sich Karl Schäckermann auf den Rückweg. Er übernachtete wieder an der gleichen Stelle wie am Tag zuvor. Ausgeruht und mit einem guten Frühstück gestärkt ging es wieder Richtung Heimat. In Schalksmühle wurde erneut Halt gemacht. Dort gab es ein Telefon, von dem er einen Bekannten in Halver anrief, der ihm mit einem dritten Pferd in Richtung Schalksmühle entgegen kam. Der lange Anstieg nach Halver wurde dann gemeinsam mit drei Pferden überwunden.
BildNeben diesen "Fernverkehrsaktivitäten" wurde aber auch im Stadtgebiet von Halver gefahren. So war Karl Schäckermann im Einsatz, als die Hagener Straße in Richtung Breckerfeld ausgebaut wurde. Der Schotter für den Straßenbau wurde per Bahn nach Halver geliefert. Dort lud ein Bekannter mit der Schüppe den Schotter auf den zweiachsigen Wagen. Schäckermann hatte sich für diesen Auftrag einen zweiten Wagen geliehen. War der erste beladen, so stellte er dem Entlader den zweiten an den Güterwagen. Den beladenen Wagen fuhr er zur Baustelle außerhalb des damaligen Dorfes. Da die Böden der Wagen herausnehmbar waren, mussten die Schottersteine nicht mehr per Hand abgeladen werden.
Bild1929 kaufte Karl Schäckermann den ersten Lastkraftwagen, einen Opel 10/45. Dieser Laster hatte eine Nutzlast von 1,5 to und wurde von einem Vierzylindermotor angetrieben, der 45 PS leistete. Da die Anforderungen der Kundschaft schnell wuchsen war auch ein größeres Fahrzeug nötig. Der kleine Opel wurde 1931 verkauft und durch einen Opel Blitz 2 Tonner ersetzt, dessen 6 Zylinder-Motor 61 PS leistete. Dieser Blitz wurde dann durch den noch größeren 2,5 to ersetzt. Auch er war mit einem 6 Zylinder-Motor ausgerüstet, der nun 3 PS mehr brachte als sein Vorgänger. An diesen LKW wurde bei Bedarf ein einachsiger Anhänger mit Auflaufbremse gehängt. Als Beleuchtung kam abends eine Sturmlaterne unter den Anhänger. An Sonntagen wurde der LKW mit Bänken bestückt und die Fußballmannschaft oder andere Ausflügler gefahren. Von 52 Sonntagen im Jahr war der Opel mindestens 45 Sonntage im Einsatz.
BildMit diesem Blitz fuhr Schäckermann sehr oft Mehl vom Düsseldorfer Hafen nach Halver. Die Fahrroute ging über Radevormwald, Remscheid und Solingen. Beladen ging es den Weg in umgekehrter Richtung zurück. Von Solingen nach Burg ging es so steil bergab, dass Schäckermann mit beiden Füßen auf der Bremse stand bis sich Wadenkrämpfe einstellten. Waren die üblichen 5 Tonnen Mehl geladen, so zog der Opel im ersten Gang so eben den Berg von Burg an der Wupper nach Remscheid hinauf. Hatte er aber 5,5 Tonnen geladen, so schaffte der Motor die Steigung nicht. Um trotzdem nach Remscheid zu kommen bediente sich Schäckermann einer List. Ging es nicht mehr weiter, so fuhr er mit seinen schmalen Reifen einfach in die Straßenbahnschienen. Der Tram blieb dann nichts anderes übrig, als ihn den Berg nach Remscheid hinauf zu ziehen.
Bild1933 kaufte Schäckermann ein Grundstück in Halver an der Hagener Straße 9. Dort wurde ein Wohnhaus und eine Garage gebaut, die zunächst für drei LKW Platz bot. Im gleichen Jahr wurde ein Hansa-Lloyd mit 3 Tonnen Nutzlast angeschafft. Mit seinen 75 PS aus 6 Zylindern war es der erste richtige LKW. Wilhelm Berghoff fuhr diesen Hansa-Lloyd als erster angestellter Fahrer der noch jungen, aufstrebenden Firma. Eines Tages befuhr er mit dem Hansa-Lloyd die B 229 von Schwenke in Richtung Halver. Neben ihm saß ein angehender Betriebsleiter einer Schmiede in Halver, der wegen der schlechten Arbeitslage ohne Beschäftigung war. Die Straße war in dem befahrenen Abschnitt stark abschüssig. Beide waren sehr erstaunt als sie bemerkten, dass sie ein einzelner Reifen überholte. Im selben Augenblick neigte sich der LKW auch schon nach vorne links. An eine Weiterfahrt ohne linkes Vorderrad war nicht zu denken. Nach kurzer Überlegung hatte der Fahrer eine Idee. Er schickte den Beifahrer nach Halver, um dort eine Sackkarre zu holen. Gesagt - getan. Der Beifahrer holte die Karre in Halver und stellte sie vorne links unter die Achse. Der Beifahrer übernahm nun die Führung der Sackkarre und der Fahrer fuhr im ersten Gang nach Hause. Der Hansa-Lloyd war auch sonst mit besonderem Pech behaftet. So füllte ein Unbekannter Schleifspäne in den Tank. Die Späne führten zu wiederholten Schäden am Motor. Er wurde mehrmals repariert. Letztendlich verkaufte Schäckermann ihn 1935 wieder.
BildIn der zweiten Hälfte der Dreißiger Jahre wurden die Fahrer Anton König (1934), Heinrich Ulke (1936) und Rudi Steinacker (1938) eingestellt. Die neu beschafften Fahrzeuge brauchten Fahrer. Zum Fuhrpark gelangte ein Mercedes-Benz LO 2500 sowie ein Opel Blitz 1,5 to. Außerdem kaufte Schäckermann einen Büssing mit 95 PS leistendem 6 Zylinder-Motor. 1937 folgte ein Henschel mit 100 PS und 1938 ein Henschel mit 120 PS. Die beiden Henschel wurden mit Anhängern eingesetzt. 1938 kam außerdem ein Mercedes-Benz LO 3000 mit 4 Zylinder-Motor hinzu. 70 PS für die drei Tonnen Nutzlast waren ausreichend. Mit dem LO 2500 wurde ein täglicher Expressgutverkehr zu den Opel-Werken in Rüsselsheim unterhalten. Da noch keine Autobahn durch den Westerwald bestand wurde rechtsrheinisch gefahren. Mit den beiden Henschel-Zügen bestand ein ständiger Berlin-Verkehr. Auch nach Berlin wurde über Landstraße gefahren. Beide Henschel-Züge mussten gleich zu Beginn des Zweiten Weltkrieges mit den Fahrern Anton König und Rudi Steinacker an die Wehrmacht abgegeben werden. Später wurde auch Heinrich Ulke eingezogen, jedoch ohne Fahrzeug. Alle Fahrer kamen einige Jahre nach 1945 unversehrt wieder nach Halver. Die LKW wurden zerschossen. Die in Halver verbliebenen Fahrzeuge erledigten während des Krieges Transporte aller Art. So mussten z.B. Kartoffeln für diverse Bauern gefahren und auch in den Städten verteilt werden. Außerdem gab es Kohle, Schlammkohle, Koks, Mehl, Getreide und Eisen zu fahren. Schäckermann wurde die gesamte Ladungsverteilung für den Raum Halver übertragen.
BildNach dem Ende des Krieges gab es bei Schäckermann eine bunte Ansammlung von LKW. Auf dem Speditionshof stand ein 3-Tonner Ford, ein B 3000 mit 4 Zylinder-Motor und 52 PS sowie ein Gräf & Stift, der mit Diesel und alternativ mit Holzgas betrieben werden konnte. Fast alle Wagen wurden auf Holzgasbetrieb umgerüstet, da Diesel Mangelware war. Zu den Aufgaben von Karl Schäckermann gehörte nun auch, die Wälder um Halver von abgestellten, liegengebliebenen bzw. verlassenen Autos zu räumen. Aus dem Wald im Hürxtal bei Halver konnte ein 6,5 to Büssing (6 Zylinder, 145 PS, Baujahr 1937) geborgen werden. Er wurde wieder flott gemacht, auf Holzgas umgerüstet und danach bei Schäckermann eingesetzt. Ein Mercedes-Benz 4,5-Tonner mit 120 PS leistendem 6 Zylinder-Motor fand sich ebenfalls auf dem Hof an der Hagener Straße ein. Er war mit dem Einheitsfahrerhaus aus Presspappe ausgestattet. Eingesammelt und an andere Benutzer in Halver weitergegeben wurden außerdem ein 6 Zylinder Opel Blitz 3-Tonner mit 68 PS, ein 6 Zylinder MAN mit 110 PS sowie ein 6 Zylinder Allrad-Borgward mit 78 PS.
BildDie Umrüstung der LKW auf Holzgasbetrieb brachte manche Einschränkung des normalen Betriebs und auch Fahrzeugumrüstungen mit sich. So wurden z.B. die Aufbauten des Büssing und eines Tang-Anhängers so erhöht, dass mit dem Gespann die Ladung eines kompletten Waggons mit klein geschlagenem Holz für Holzgas aus der Nähe von Kassel nach Halver gefahren werden konnte. Der übergroße Kessel des Büssing war auf der Fahrt nach Kassel bereits zwischen Bleche  und Drolshagen, also etwa nach 40 Kilometern, das erstemal leer und musste nachgefüllt werden. So ging das Nachfüllen, aber auch das Filterreinigen lustig weiter in Richtung Kassel. Alle ca. 40 Kilometer zeugte ein kleines schwarzes Häufchen am Wegesrand von unfreiwilligen Zwischenstopps der Holzgasfahrer. Die Fahrer der Holzgas-LKW überlegten abends, nachdem sie die neue Order für den nächsten Tag bekommen hatten, wie viele Jutesäcke mit Holz gefüllt werden mussten. Ging die Fahrt zum Norden oder Süden, so musste ein zweiter Anhänger für den Brennstoff mitgenommen werden. Ständig waren zwei Mitarbeiter an der Holzhackmaschine mit dem Zerkleinern von Holz beschäftigt. Die zurechtgeschnittenen Stücke durften maximal 10 cm lang und nicht sehr dick sein. Mit Langholzwagen wurden außerdem Bäume angeliefert, mit der Drumsäge gekürzt, mit der Hand gespalten und auf der Kreissäge in ca. 10 cm dicke Scheiben gesägt. Waren die Stücke zu groß, so brannte der Kessel möglicherweise hohl. Dann setzte der Motor aus. Um dann neu Gas zu machen musste ein Gebläse laufen. Wenn am separaten Rohrausgang vom Gebläse das angezündete Gas brannte, konnte der Motor gestartet werden. Mit Bowdenzügen im Führerhaus wurde das richtige Gemisch eingestellt, damit der Motor ruhig lief und möglichst gut zog. Bis ca. 1948 dauerten die Einschränkungen durch den Einsatz von Holzgas an. Doch dann konnten auch Schäckermanns Lastzüge wieder mit Diesel betrieben werden. Die Lage normalisierte sich im Nachkriegsdeutschland.
BildDoch es gab auch weiterhin täglich Probleme beim Einsatz der z.T. doch sehr verbrauchten Fahrzeuge. Nicht selten hatten die Fahrer z.B. mit mehreren Reifenpannen am Tag zu tun. Auf einer Fahrt ins Ruhrgebiet hatte Anton König einmal vier platte Reifen. Wenn sie geplatzt waren, so wurden andere defekte Reifen zerschnitten und diese als Einlagen in die noch verwendbaren von innen eingeschraubt. Hatte der Fahrer Pech und dieser reparierte Reifen platzte, so flog die gesamte Einlage mit dem Teil der Reifendecke weg. Auch diese negativen Begleitumstände steckten die Schäckermann-Fahrer weg. Die Zeiten besserten sich. Neue Fahrzeuge konnten beschafft werden. Der 1946 erworbene Mercedes-Benz L 6500 lief zunächst noch auf Holzgas, wurde jedoch kurze Zeit später auf Diesel umgerüstet. Sein 6 Zylinder-Motor leistete 150 PS, ausreichend für einen Fernverkehrszug der unmittelbaren Nachkriegszeit. Der Büssing samt Anhänger wurde nun überwiegend zum Transport von Sand und Kies eingesetzt. Der Motorwagen mit fester Pritsche wurde zweimal am Tag mit der Hand abgeladen. Der Anhänger besaß einen mit einer großen Kurbel hoch zu drehender Kipper. Der Mercedes-Benz und der dazugehörende Anhänger bekamen sehr hohe Aufbauten. Dieser Zug wurde überwiegend eingesetzt, um Rinder aus dem Raum Oldenburg für die Tierhändler in Halver und Umgebung zu holen. Der Anhänger war auch später noch unter dem Namen "Viehanhänger" bekannt.
Bild1948 kam ein Mercedes-Benz, gebaut nach Opel-Lizenz mit Einheitsfahrerhaus aus Pressholz (3 Tonnen Nutzlast, 6 Zylinder, 68 PS Benziner, später auf Gas umgerüstet) zum Fuhrpark. Mit diesem Fahrzeug wurde überwiegend Obst und Gemüse gefahren, das vom Großmarkt abgeholt wurde. 1949 gesellte sich ein 105er Büssing mit Pritschenaufbau hinzu. Kurze Zeit später wurde der LKW umgebaut und erhielt einen Kippaufbau. Kombiniert wurde er mit einem 16-to-Anhänger. 1950 kam ein weiterer Büssing hinzu. Vom Büssing-Werk wurde ein gebrauchter, aber generalüberholter 105er Büssing-NAG Allrad geliefert. Ab 1952 war dieser Büssing im Winter mit einem Schneepflug ausgerüstet. Er hatte teilweise sowohl auf der Vorderachse als auch auf der Hinterachse Ketten montiert. Doch der Motor schaffte die Schneemassen des Sauerlandes nicht immer. Oft musste der vom Schneepflug zusammengeschobene Schnee mit der Hand weggeräumt werden.
BildNatürlich hatte kein LKW eine Heizung im Führerhaus. Es zog "wie Hechtsuppe" durch die Ritzen. Entsprechende Kleidung und Schuhe waren dringend erforderlich. 1951 wurde von der Firma Meckenstock in Wuppertal ein gebrauchter Daimler-Benz L 6500 (6 Zylinder-Motor, 150 PS) mit passendem Dreiachsanhänger (16 Tonnen Gesamtgewicht, 10,2 Tonnen Nutzlast) gekauft. Der Motorwagen war damals bereits 13 Jahre alt und in einem schlechten Zustand. Aus diesem Grund wurde er zur Fahrzeugbaufirma Tang nach Hilden geschafft und dort komplett neu aufgebaut bzw. modernisiert. Im gleichen Jahr kam ein Henschel HS 140 (140 PS, 6 Zylinder) als Neufahrzeug nach Halver. Der alte Büssing war verschlissen und wurde durch den Henschel ersetzt. Der Aufbau des Büssing musste jedoch weiter Geld verdienen und wurde auf den Henschel umgesetzt. Angehängt wurde dem Neuzugang ein 16-to-Anhänger von Tang. Außerdem kam im gleichen Jahr ein Mercedes-Benz L 3000 (4 Zylinder, 70 PS) mit Tang-Anhänger zum Fuhrpark. 1952 hielt mit einem Büssing 8000 (180 PS, 16 to Gesamtgewicht) mit passendem Anhänger von Blumhardt aus Wuppertal ein Fahrzeug Einzug, das damals der Traum vieler Fernfahrer war. Bis 1961 wurde dieses schöne Gespann im Fernverkehr eingesetzt.
BildIn den folgenden Jahren wurden weitere Neufahrzeuge beschafft. So kaufte Schäckermann einen Mercedes-Benz LK 311, der kurze Zeit später aber gegen das um 10 PS stärkere Modell LK 312 getauscht wurde sowie einen Krupp Mustang, den es nicht lange bei der Spedition hielt. Er verunglückte im Oktober 1955 im Alter von nur zehn Monaten bei der Talfahrt zur Wiedbach auf der Autobahn Köln-Frankfurt, als er unbeladen auf einen langsam fahrenden Kofferzug auffuhr - Totalschaden bis auf den Aufbau. Der Motor stand neben dem Fahrer. Die vordere Kardanwelle war nicht mehr aufzufinden. Der Fahrer erlitt lediglich einen Nasenbeinbruch. Nach diesem Unfall wurde sofort ein neuer Mustang gekauft, der den Aufbau des verunglückten erhielt.
Fast alle anderen Fahrzeuge, die in der Folge beschafft wurden, waren Magirus-Deutz mit Motorleistungen von 85 PS bis 192 PS sowohl in Kipper- als auch in Pritschenausführung. Einziger "Ausreißer" war ein Mercedes-Benz LP 334, der den 8000er Büssing ersetzte. Transportiert wurden Baustoffe jeglicher Art, Kohlen, Koks, Brikett, Eisen und Fertigteile, Mehl, Gasruhs zur Reifenproduktion, Holz, Stückgüter usw. Es bestanden feste Routen in den Bielefelder Raum, nach Frankfurt, nach Ulm und nach München sowie nach Bremen. Ab Ende der Fünfziger Jahre wurde ein Baustoffhandel mit Sand und Kies sowie Zement eingerichtet.
BildIn der zweiten Hälfte der Sechziger Jahre wurde die Spedition Schäckermann an die Spedition Maraite in Essen verkauft. Die Rentabilität des Unternehmens hatte sich in den Jahren zuvor zunehmend verschlechtert. Karl Schäckermann und sein Sohn zogen damit rechtzeitig die Konsequenz und verkauften den Betrieb. Karlfried Schäckermann, Sohn des Firmengründers wurde im Jahr 1938 geboren. Bereits im Alter von neun Jahren fuhr er unterstützt von einem der angestellten Fahrer den ersten LKW. Mit 20 Jahren stieg er in den elterlichen Betrieb ein, da sein Vater die immer umfangreicher werdenden Arbeiten nicht mehr alleine durchführen konnte. In den Sommermonaten waren für ihn wöchentliche Arbeitszeiten von 80 bis 100 Stunden keine Seltenheit. Zusätzlich zu seiner Bürotätigkeit musste er im Nah- und auch im Fernverkehr einspringen. Reparaturen wurden am Wochenende durchgeführt. Natürlich war der Chef da auch immer dabei. Diese Umstände erleichterten seine Entscheidung, die Spedition aufzugeben. Als fest angestellter Mitarbeiter einer Halveraner Firma hatte er geregeltere Arbeitszeiten. In seiner Freizeit konnte er sich u. a. mit der Archivierung der vielen schönen Fotos beschäftigen, die er während seiner aktiven Zeit auf dem Speditionshof und auch unterwegs gemacht hatte und die er uns nun für diesen Bericht zur Verfügung gestellt hat. Die Fotos wurden übrigens mit einer Kodak Retina 3c gemacht, die als ständiger Beifahrer mit unterwegs war und die auch heute noch teilweise eingesetzt wird. Schäckermann hatte sie sich 1959 von seinem ersparten Geld gekauft.