50 Jahre Hiab in Deutschland

BildIm heutigen Gütertransport stellen alle möglichen hydraulischen Ladehilfen unersetzliche Erleichterungen beim Be- und Entladen von LKW dar. Neben Absetz- und Abrollkippern, Mitnehmstaplern und Ladebordwänden sind Ladekrane heute in vielen Bereichen unentbehrlich. Bevor diese vielseitig verwendbaren Ausrüstungen den Markt eroberten, war es z. B. üblich, Baustoffe, Steine, Schrott, Schüttgüter etc. von Hand oder mit einfachen Hilfsmitteln zu verladen. Holz wurde kompliziert und für die Bediener gefährlich mit Seilwinden auf die Transportfahrzeuge bugsiert. Genau diese personalintensiven Arbeiten im Forst hatten schon im Jahr 1949 zwei Schweden erkannt und eine Lösung präsentiert. Im April des Jahres machten sie sich auf den Weg, um Fuhrunternehmen und Forstleuten in Nordschweden ihre Idee näher zu bringen. Nach einwöchiger, schwerer Vorführarbeit gab es die ersten zwei Bestellungen, von denen die eine noch per Brief storniert worden war, als sie wieder zuhause ankamen. Doch sie glaubten an ihre Idee. Die ging davon aus, dass zum Fahren eines LKW immer nur eine Person nötig war. Warum sollte also ein zweiter Mann mitfahren, nur um beim Be- und Entladen zu helfen? Durch den Einsatz eines HIAB-Krans sollte der Fahrer allein in der Lage sein, sein Fahrzeug zu beladen oder die Ladung wieder vom Fahrzeug zu entfernen. Mit dem HIAB-System konnte der Fahrer nicht nur den Transport alleine durchführen. Seine Tagesarbeit war ab sofort auch weniger anstrengend, da die harte körperliche Arbeit entfiel.
BildDas Prinzip setzte sich in Schweden durch. Mitte der 1950er Jahre gelangten erste Ladekrane des Herstellers HIAB (Hydrauliska Industrie AB) von Schweden auch nach Deutschland. Die Firma Kayser & Hasenjäger aus Hannover importierte diese Krane und bot sie zunächst den Straßenbauverwaltungen an. Diese Klientel wurde von der Handelsfirma bereits mit Ware für den Winterdienst versorgt, wie z. B. Streusalz, Schneezäunen und anderem Gerät. Es gelang den Verkäufern, die Autobahn- und Straßenbauämter von den Vorzügen des HIAB-Seilkrans Modell 192 kombiniert mit einem hydraulischen Greifer für die Beladung der LKW mit Streumaterial zu begeistern. Da HIAB zu der Zeit in Deutschland noch ohne Konkurrenz war, gelang es, in den Jahren 1956 und 1957 insgesamt 140 Seilkrane für den Straßen-Winterdienst an den Mann zu bringen. Um Kunden in Deutschland schnell beliefern zu können und auch die Ersatzteilversorgung zu gewährleisten, wurde mit der Firma Steinbock in Moosburg die Lizenzfertigung des HIAB-Seilkrans vereinbart. Steinbock war damals bekannt als Hersteller von Ladegeräten wie Hubwagen und Hubstaplern. Passend zum HIAB–Kran wurde eine Serie von hydraulischen Greifern zur Aufnahme von Schüttgütern aufgelegt. Die Zusammenarbeit war allerdings nicht so sehr erfolgreich und wurde bereits 1958 wieder beendet.
BildDer Seilkran 192 war der erste HIAB-Kran auf dem deutschen Markt. Später kamen noch die Typen 170 „Elefant“ und 290 „Bimbo“ hinzu. Diese drei Grundtypen bildeten lange Zeit die Basis für das in den Folgejahren nahezu unverändert angebotene Kranprogramm. Die Geschäfte entwickelten sich so gut, dass die Schweden beschlossen, eine Tochtergesellschaft in Deutschland zu gründen. Am 9. Mai 1958 wurde in Hannover die Firma HIAB Hydraulische Industrie Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet. Eine Vierzimmerwohnung in der Hannoveraner Marienstraße wurde zunächst als Verkaufsbüro genutzt. Im Eingangsbereich des Hauses wurde ein Ladenlokal für den Publikumsverkehr eingerichtet. Zwei benachbarte Garagen dienten als Ersatzteillager. Kranreparaturen und erste Aufbauten auf LKW wurden im Auftrag von HIAB bei der Firma Deppe in Hannover-Linden durchgeführt.
BildZu dieser Zeit wurden HIAB-Krane überwiegend von den Straßenbauverwaltungen geordert und eingesetzt. Durch viel Überzeugungsarbeit gelang es in der Folgezeit den HIAB-Verkäufern, die ersten Krane an die Bauindustrie, Schrotthändler und auch an die Holzindustrie zu verkaufen. Es musste Basisarbeit geleistet werden, da den potenziellen Kunden nicht nur ein Produkt verkauft werden musste. Es galt vielmehr, ein komplett neues, den meisten Firmen bisher unbekanntes System, ausführlich zu erklären und Überzeugungsarbeit zu leisten. HIAB schrieb in einem  Prospekt aus dem Jahr 1959, dass der Forstwirtschaft durch das HIAB-Prinzip Millionen erspart wurden. Als Beispiel wurde angeführt, dass zuvor zwei Personen drei Stunden benötigten, um 30 m³ Rundholz aufzuladen. Mit dem so genannten Forstelefanten erledigte der Fahrer des LKW diese Arbeit in 25 Minuten. Als Nebeneffekt wurde angeführt, dass der Mann eine große Kraftreserve behielt für sicheres Fahren und gesteigerte Arbeitslust. Diese Argumente überzeugten nach und nach viele deutsche Fuhrunternehmer. Ende der Fünfziger Jahre erschien mit der Firma Atlas der erste Mitanbieter auf dem deutschen Markt. HIAB sah diese Konkurrenz zwar nicht gerne, wurde aber durch den Wettbewerber gefordert, das Programm zu ergänzen und zu optimieren. Außerdem trug Atlas dazu bei, den Markt für das relativ neue System aufzubereiten und damit Verkaufschancen für weitere Geräte zu schaffen. Die Jahre 1958 und 1959 dienten der Gründung der Firma HIAB GmbH und dem Aufbau einer Organisation. Unter der Leitung von Hans Bostedt arbeiteten zunächst vier Mitarbeiter in Hannover. 1958 betrug der Umsatz bescheidene DM 580.000,--. Im darauf folgenden Jahr wurden bereits HIAB-Krane im Wert von mehr als DM 2.000.000,-- in der Bundesrepublik verkauft. Nachfolger von Hans Bostedt wurde im Jahr 1960 Roland Freiburghaus, der bis 1967 an der Spitze des Unternehmens stand und mit dazu beitrug, die Stellung als Marktführer in Deutschland zu behaupten und weiter auszubauen. Einen großen Beitrag zur Festigung dieser Position leisteten die Händler, die der Firma HIAB GmbH z. T. lange Zeit die Treue hielten. Ein Partner aus der Aufbauzeit war natürlich die Firma Kayser & Hasenjäger, die bis Ende 1960 sämtliche Behördengeschäfte für Hiab tätigte. Weiter gehörten zu den Unternehmen, die den Erfolg von Hiab mitbegründeten die Linke KG Fahrzeugbau, Schomäcker Fahrzeugbau und die Wolfgang Knieriem GmbH aus Kassel.
BildEin weiteres Partner-Unternehmen der ersten Stunde der Firma HIAB in Deutschland war die Firma H. P. Gilberg aus Koblenz. Hans Peter Gilberg erinnert sich heute noch gerne an die Anfänge der Zusammenarbeit. Gilberg hatte den väterlichen Betrieb, die Fahrzeugbaufirma Rostock & Roeger übernommen und etwa 1960 erste Kontakte zu HIAB aufgenommen. Den ersten HIAB-Kran verkaufte er im selben Jahr an den Andernacher Baustoffhändler Hachmeister. Bereits im Jahr 1961 wurden sieben HIAB-Krane von Gilberg auf LKW-Fahrgestelle gebaut, für die er selbst die Aufbauten herstellte. Gilberg erkannte die Zukunft des Ladekrans und leistete in den nächsten Jahren viel Überzeugungsarbeit bei seinen Kunden. Das Resultat waren jährlich steigende Verkaufs- und Umsatzzahlen. In den ersten Jahren war es dabei unbedingt nötig, dem Interessenten den Kran praktisch vorzuführen. Gab es kein Vorführfahrzeug in der geforderten Ausstattung oder war gerade kein neues Kundenfahrzeug vorhanden, so musste auch schon einmal ein Super 8-Film ausreichen, den potenziellen Kunden die Vorzüge der HIAB-Produkte näher zu bringen. Das Hausgebiet Gilbergs war Dank der vielen Baustoffhersteller und –händler bestens geeignet, den Absatz für HIAB-Ladekrane anzukurbeln und zu steigern. Schon bald war er Generalvertreter der Firma HIAB. Die Argumentation Gilbergs bei den Unternehmen, die Baustoffe transportieren mussten, war dabei denkbar einfach. Zuvor war es üblich, die Baustoffe frei Baustelle anzuliefern. Dort war dann ein Ladegerät nötig, um die Ware abzuladen. Dabei wurden die Steine, Dachziegel usw. in der Regel an die Straße bzw. ebenerdig neben das Gebäude gestellt. Mit dem HIAB-Ladekran konnte der Spediteur oder Händler der Baustoffe nun dem Kunden zusagen, die Ware frei ersten Stock anzuliefern. Außerdem gab es keine Wartezeiten auf Ladegeräte mehr, da der LKW den eigenen Ladekran dabei hatte. Besonders angenehm war dies bei Glasscheiben, die mit Hilfe von Saugnäpfen, die die Scheiben aufnahmen sehr schonend an Ort und Stelle geschafft werden. Im Laufe der Jahre verkaufte Gilberg, der außerdem auch Generalvertreter der Firma Kässbohrer für LKW und Omnibusse war, mit seiner Verkaufsmannschaft einige tausend HIAB-Krane. Allein die Firma SAG Starkstrom AG aus Frankfurt erhielt im Laufe der Jahre etwa 600 Fahrzeuge, die mit HIAB-Kranen ausgerüstet waren über Gilberg. Mittlerweile hat Hans Peter Gilberg den Bereich der hydraulischen Ladekrane an die Firma HIAB übergeben, die ihn nun unter eigenem Namen als Niederlassung in Koblenz weiterführt.
Bild1961 war das Büro in der Mietwohnung zu klein geworden für die gewachsene HIAB GmbH. An der Vahrenwalder Straße 194 im Norden von Hannover konnte ein neues Bürohaus mit Lager und Werkstatt angemietet werden. Parallel dazu wurde die Verkaufs- und Kundendienstorganisation in Deutschland ausgebaut. Erste Kontakte zu den LKW-Herstellern wurden gesucht. Einer der ersten Partner in diesem Bereich war die Firma Unimog. Gemeinsam mit Unimog und Daimler-Benz wurden Krantragrahmen entwickelt und gebaut, die den Unimog als Trägerfahrzeug für HIAB-Ladekrane geeignet machten. 1966 waren bereits 45 Mitarbeiter bei HIAB in Hannover beschäftigt. In dem Jahr wurden in Deutschland 450 HIAB-Krane verkauft und damit ein Umsatz von über 6 Millionen DM erreicht. Die Gesamtkranproduktion in der Bundesrepublik betrug im gleichen Jahr 1.053 Krane. Der Marktanteil der Firma HIAB lag also bei rund 30 %. Der neue Ladekran Typ 174 wurde im gleichen Jahr eingeführt. Er stellte eine Verbesserung der bisher hergestellten Typen 172 und 173 dar und war der erste hydraulisch zusammenlegbare LKW-Kran. 1966 war HIAB außerdem der weltweit meistgekaufte Kran. Durch eine Erhöhung der Produktionskapazität im Werk im schwedischen Hudiksvall konnten nun 30 bis 40 Einheiten pro Werktag die Fabrik verlassen. 60.000 Krane waren seit der Firmengründung bis zum Spätsommer 1966 gebaut worden. 1967 wurde die positive Entwicklung unterbrochen durch eine allgemeine wirtschaftliche Rezession. Durch Umstrukturierungen wurde auch diese Phase gemeistert. Mittlerweile war die Verkaufsmannschaft so gut aufgestellt, dass zwei Drittel des Umsatzes durch Angestellte des Hauses erzielt wurden. Ein Drittel der Aufträge wurde durch Händler hereingeholt, die z. T. als Generalvertreter auftraten. Um den Umsatz anzukurbeln und den Bekanntheitsgrad weiter zu steigern, beteiligte sich HIAB 1967 erstmalig an der Hannover Messe.
BildNeben HIAB gab es ein weiteres schwedisches Unternehmen, das sich mit dem Bau von hydraulischen Ladekranen beschäftigte. Die 1934 gegründete Firma FOCO AB hieß mit vollem Namen Fabriks AB Forslund & Co. und hatte ihren Firmensitz in Skelleftea. Bereits 1947 hatte FOCO einen ersten Lastwagenkran konstruiert und gebaut. Der Kran hatte eine Tragfähigkeit von einer Tonne und einen hydraulisch um 180° schwenkbaren Hubarm, der hinter dem Fahrerhaus des LKW in Transportlage eingeklappt werden konnte. Die Entwicklung der Firma FOCO verlief ähnlich der der Firma HIAB. Am 14. Juli 1965 wurde Hiab von der Investmentgesellschaft AB Promotion aus Stockholm übernommen. Der neue Eigentümer sah sich anschließend nach dem nächst größeren Konkurrenten aus der Branche um, den er mit FOCO fand. Am 3. Februar 1967 wurde ein Übernahmevertrag mit FOCO geschlossen. Bis zum Herbst 1970 wurden die beiden Verkaufsorganisationen eigenständig weitergeführt, dann aber zu einer gemeinsamen Organisation mit Hauptsitz in Hudiksvall zusammengelegt. Die neue Firmierung lautete ab sofort HIAB-FOCO. Auch für die beiden bundesdeutschen Niederlassungen der Schweden hatte das Zusammenlegen der beiden Programme Konsequenzen. Bis dahin hatte es die HIAB Hydraulische Industrie GmbH Langenhagen/Hannover gegeben sowie die FOCO Ladekräne Vertriebs GmbH Feldkirchen/München. Am 01. Juli 1971 wurden die beiden Schwestergesellschaften unter der neuen Firmierung HIAB-FOCO GmbH mit Hauptsitz in Langenhagen zusammengefügt. Der Standort Feldkirchen wurde weiterhin als Niederlassung geführt. Mit der Fusion der beiden Firmen taten sich die Nummer 1 und die Nummer 2 der Welt zusammen und legten die beiden größten Produktionen und Programme im Bereich hydraulischer Ladekran zusammen.
BildFür die vergrößerte Verkaufsmannschaft sowie für Lager und Montage wurden neue Räumlichkeiten benötigt. Aus dem Grund wurde ein Neubau geplant und im Juni 1970 mit dem Bau in Langenhagen in unmittelbarer Nähe der A 2 von Dortmund nach Berlin begonnen. In der damaligen Rekordzeit von nur neun Monaten wurde auf dem insgesamt 13.000 m²großen Grundstück auf 400 m² Grundfläche ein dreigeschossiger Büroteil gebaut. Dazu gab es eine 1.700 m² große Werkhalle sowie ein offenes Kaltlager auf der Werkhofseite. Am 1. April 1971 zog der Betrieb in die neuen Räume ein. Die nächsten Jahre waren geprägt von stetigem Wachstum. 1976 war HIAB-FOCO nach wie vor der führende Hersteller von hydraulischen Ladekranen. In dem Jahr produzierte HIAB-FOCO ca. 13.000 Kran-Einheiten. Die Gesamtproduktion aller deutschen Hersteller vergleichbarer Produkte in Deutschland lag im gleichen Jahr bei knapp der Hälfte. 1978 konnte HIAB-FOCO ein für die Branche einmaliges Jubiläum feiern. Der 200.000. HIAB-Kran seit der Firmengründung im Jahre 1944 lief vom Band. Die Jahresproduktion im Jubiläumsjahr betrug etwa 15.000 Einheiten. Das Programm war ständig erweitert worden und umfasste nun hydraulische Ladekrane bis 180 kNm Hubmoment.
Bild1979 fand dann ein weiterer Anbieter von Ladekranen zur HIAB-Organisation. Die Jonsereds-Krangruppe in Schweden wurde durch die HIAB-FOCO AB, Schweden übernommen. Infolgedessen wurde auf dem deutschen Markt die Jonsereds Kran GmbH, München als eigener Bereich in die HIAB-FOCO GmbH, Langenhagen eingegliedert. Am 10. September 1979 wurde der Einbringungsvertrag unterzeichnet. Jonsereds AB war ein Unternehmen mit langer Tradition im Hantieren von Holz. In dem bereits 1833 in Jonsered, einem Vorort von Göteburg gegründeten Unternehmen wurden zunächst Holzbearbeitungsmaschinen gebaut. Später wurden auch Motorsägen in das Programm aufgenommen. Erst viel später kamen die hydraulischen Holzladekrane hinzu. Die robusten und zuverlässigen Forstkrane zum Hantieren von Holz auf LKW und Waldschlepper sowie in Sägewerken erreichten Weltruf. Die Tochtergesellschaften Cranab und FMV rundeten das Kranprogramm ab. Von HIAB-FOCO übernommen wurde allerdings nur der Bereich der Holzladekrane. 1983 übernahm HIAB-FOCO zusätzlich mit sofortiger Wirkung das Alleinvertriebsrecht des Multilift-Wechselsystems für die Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin. Die Finnen Mikko, Mauno und Martti Terho hatten bereits in den 1940er Jahren das Unternehmen Multilift Oy gegründet. Das Multilift-System, das auf dem Gedanken basiert, dass ein Trägerfahrzeug wirtschaftlicher einzusetzen ist, wenn es mehrere Aufbauten im Wechsel aufnehmen kann, war in Deutschland in den 15 Jahren zuvor gut eingeführt worden und stellte eine optimale Abrundung des vorhandenen HIAB-Programms dar. Zentrallager und Hauptverwaltung wurden der Hauptverwaltung in Langenhagen eingegliedert. Verkauf und Service wurden teilweise über die bereits bestehende HIAB-Multilift-Organisation weitergeführt, z. T. konnten auch neue Fahrzeugbauer gewonnen werden, die die Aufbauten auf LKW-Fahrgestelle setzten.
Bild1980 gab es wieder einen Grund zu feiern in Langenhagen. Der 10.001. HIAB-Kran, der seit 1971 am Hauptsitz Langenhagen ausgeliefert wurde, wurde an den dortigen Bauhof übergeben. Es war dies ein HIAB 650, ein Universalkran, der auf einem Unimog-Fahrgestell aufgebaut war. Er war ein typisches HIAB-Produkt jener Zeit und zeichnete sich aus durch einfache Bauweise, lange Lebensdauer und reichhaltiges Zubehör, das ihn schon damals für eine Vielzahl von Einsätzen spezialisierte. Ebenfalls zu Beginn der Achtziger Jahre gab es eine Neuentwicklung des Baustoffkrans, den HIAB 1280 mit seiner damals revolutionären Konzeption des teleskopierbaren Kettenauslegers in Sechskantausführung. Das verlieh ihm eine unerreichte Geschwindigkeit. Die 1980er Jahre bedeuteten dann für die Kranfamilie aus dem Hause HIAB-FOCO Jahre der Innovation und der wirtschaftlichen Neuorientierung. Mitte des Jahrzehnts übernahm der Partek-Konzern mit Sitz in Helsinki und Stockholm die Firma HIAB-FOCO. Anschließend wurden gleich zehn neue Krantypen vorgestellt. Sie unterschieden sich von ihren in die Jahre gekommenen Vorgängern nicht nur in der Technik, sondern auch in der Farbe. Von nun an wurden sämtliche Krane in schwarzer Farbe ausgeliefert. Diese neue Krangeneration wartete gleich mit einer Fülle von Patenten und in die Zukunft weisenden Entwicklungen auf. Viele dieser damals revolutionären Konstruktionsmerkmale finden sich auch heute noch an den aktuellen HIAB-Kranen, die sich weiter großer Beliebtheit erfreuen, obwohl es mittlerweile eine Reihe ausgezeichneter Krane von Wettbewerbern gibt, die den deutschen Markt bedienen.

Fotos:    Archiv Hans Peter Gilberg 

Text:    Manfred Koch